Wege zum Autonomen Fahren
Autonomes Fahren ist noch Zukunftsmusik. Viele der dafür notwendigen Techniken sind jedoch schon ausgereifter, als die breite Öffentlichkeit und manche Meinungsbildner denken. Der Trend zu immer intelligenteren Fahrerassistenzsystemen und zur stetig steigenden Vernetzung des Autos mit seinem Umfeld ist ernst zu nehmen. Insbesondere in den vergangenen fünf Jahren erzielten Forscher beachtliche Erfolge. Einige davon zeigen die Technische Universität (TU) Braunschweig und das Deutsche Institut für Luft und Raumfahrt. Im Interview mit Professor Stefan Bratzel, dem Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach, wird deutlich, dass jetzt gesellschaftspolitisch gehandelt werden muss, um den noch fernen Markt heute schon vorzubereiten. Die Ingenieure nähern sich damit einer weiteren Vision: dem unfallfreien Fahren.
Was assoziieren Sie mit autonomem Fahren? Ein kabinenähnliches zweisitziges Mobil, das Menschen durch die Szene eines Science-Fiction-Films manövriert? Oder ein mit aufwendigen Messinstrumenten, Umfeldsensorik und sperrigen Rechnern bepackten VW Passat? Zwischen diesen zwei Welten, der Vision und den jungen Versuchsträgern, ist in den vergangenen Jahren viel Forschungsarbeit geleistet worden.
Der autonom fahrende Passat der TU Braunschweig ist heute von einem Serienfahrzeug kaum noch zu unterscheiden. Das Auto fährt im Projekt "Stadtpilot" auf dem Braunschweiger Stadtring und nicht wie noch vor drei Jahren auf abgesperrten Geländen oder wie noch vor vier Jahren in der Wüste. Die notwendige Technik ist nahezu gut verpackt. Bis Ende des Jahres 2010 konnten mehrere hundert Kilometer autonom im realen Straßenverkehr bewältigt werden.
Die Grundlage der autonomen Fahrzeugführung ist dabei das Verfahren zur , das von den Forschern in dieser Ausgabe der ATZelektronik vorgestellt wird. Es ermöglicht ein ruhiges und sicheres Fahrverhalten, indem die Stellaktivität reduziert wird. Damit leistet das Verfahren einen entscheidenden Beitrag zur Erfüllung der Projektziele.
Anders als der Forschungsansatz der TU Braunschweig nähert sich das Robotik- und Mechatronik-Zentrum des DLR dem autonomen Fahren: mit einem namens Romo. Die Grundidee der Ingenieure führte zu einem Purpose Design, das konsequent auf die Aufgaben eines kamerabasiert autonom fahrenden Mobils ausgelegt wurde. Demzufolge sind zahlreiche Kameras, IT- und Sensor-Systeme optimal integriert. Um sich dennoch maximale Designfreiheit zu erhalten, entschied sich das Team unter der Leitung von Professor Gerd Hierzinger für den Antrieb mit vier elektrischen Radnabenmotoren. Die Ingenieure des DLR beschreiben in ihrem Beitrag alle relevanten Techniken, die für das autonome Fahren an Bord sind.
Auf welchem Nährboden können derartige Technologiekonzepte in den kommenden Jahren gedeihen? Die Chancen stehen besser als jemals zuvor. Denn über Autos und Mobilität wird neu nachgedacht. Das vernetzte und autonom fahrende Automobil deckt dabei wichtige Teilaspekte ab. ATZelektronik diskutierte darüber mit dem Verkehrs- und Marketingexperten Professor , Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach.