03.06.2011

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Elektrofahrzeuge effizient produzieren

Die Elektromobilität ist für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer Herausforderung und Chance zugleich. Grund genug für die Branche, sich verstärkt auf die Produktionstechnik von Elektrofahrzeugen und ihren Komponenten zu fokussieren. Das übergeordnete Ziel dabei muss lauten, mit fertigungstechnischen Innovationen einen Beitrag zu leisten, dass die Elektromobilität billiger wird. Erste Ansätze dazu sind bereits erkennbar.

Die Produktion künftiger Elektrofahrzeuge wirft zahlreiche Fragestellungen auf, die eine intensive interdisziplinäre Kooperation erfordern. Zu diesem Zweck trafen sich unlängst Vertreter aus Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Zulieferindustrie sowie aus der Elektrotechnik im Frankfurter VDMA-Haus zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung rund um die Themen Batterie- und Elektromotorenproduktion sowie Integration von Leistungselektronik.

Dabei wurde deutlich, dass die einzelnen Branchen vor der historischen Chance stehen, die Abläufe so zu gestalten, dass sie - mehr denn je - den Grundsätzen einer produktionsgerechten Produktgestaltung entsprechen und mithin Zeit und Kosten sparen. Schon heute sind die Arbeiten für künftige Elektrofahrzeuge von den drei Themenkomplexen Fahrzeugkonzepte, Wertschöpfungsstrukturen und Produktionstechnik geprägt. Damit verbunden ist die Aufgabe, bereits frühzeitig die Achsen so zu verknüpfen, dass die Spezifikationen der Systeme sowie der späteren Produktionsprozesse bestmöglich aufeinander abgestimmt sind.

Gegen diese Möglichkeiten spricht, dass es zunächst wohl nirgends proprietäre Fertigungslinien für die Stromer geben wird. Die Kardinalsfrage, wann und mit welchen Stückzahlen sich der Markt für die Elektromobilität entwickeln wird, ist weiterhin offen. Nicht zuletzt deshalb, weil Elektrofahrzeuge wegen der teuren Batterien mit einem hohen Preisaufschlag gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren angeboten werden müssen. Denn mit der Batterietechnologie selbst steckt auch deren Produktionstechnik noch in den Kinderschuhen. Und auch die Prozesse für die Großserienfertigung von Elektromotoren in einem für den Fahrzeugantrieb geeigneten Leistungsbereich müssen erst noch für die automobilen Anforderungen befähigt werden. Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass bei der E-Motive-Produktionstagung nicht nur kontrovers diskutiert wurde, sondern auch zahlreiche Fragen weiter offen blieben.

Immerhin gibt es auch erste Ansätze zu möglichen Antworten. So berücksichtigte Edag bei der Entwicklung seines Konzeptfahrzeugs Light Car Sharing ein flexibles Produktionskonzept, und auch unser Interviewpartner Professor Rainer Müller von der RWTH Aachen ist bei seinen Arbeiten an möglichen Montagekonzepten für Elektromobile ein gutes Stück voran gekommen. Das gilt auch für Müllers Kollegen an der Technischen Universität München. Zur weiteren Entwicklung der Produktionstechnik für Batterien entsteht dort derzeit ein Forschungs- und Produktionszentrum für Hochleistungsenergiespeicher.
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