02.09.2011

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Mehr Flexibilität in der Montage

Als handarbeitsintensivster Bereich der Komponenten- und Fahrzeugfertigung gerät die Montage immer dann in den Fokus der Interessen, wenn es um Qualitäts- und Effizienzsteigerungen geht. Dabei steht die Montage für deutlich mehr. Vor allem eine hohe Flexibilität gilt als wichtiges Kriterium. Für die Anbieter von Montageanlagen ist dies mit oftmals widersprüchlichen Anforderungen verbunden.

Unter allen Technologien des Fahrzeugbaus ist die Montage der Alleskönner: Kundenspezifische Individualisierungen und die meist unzähligen Ausstattungsvarianten werden dort realisiert. Bei vielen Modulen ist die Montage aber auch Schnittstelle zwischen den Beteiligten der Wertschöpfungskette und offenbart, wie gut die Lieferketten organisatorisch und logistisch funktionieren.

Nicht zuletzt ist die Montage noch immer ein wichtiges Betätigungsfeld für Fabrikausrüster und Automatisierer. Denn auch wenn die Fahrzeugmontage mittlerweile getrost als ausgereifte Technologie bezeichnet werden kann, geht die Suche nach Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung und zur Flexibilisierung unvermindert weiter. Welch hohes Maß an Können in diesem Zusammenhang von Montageanlagenherstellern gefordert wird, zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre.

Erst stieg die Varianz der Produkte in einem Ausmaß, dass die OEMs so genannte Variantenmanager installierten, um den Wildwuchs zu bändigen. Während des Absatzeinbruchs in Folge der Bankenkrise waren plötzlich Tugenden wie geringe Instandhaltungskosten sowie ein problemloser Leerlauf gefragt. Und mit dem plötzlichen Wiedereinsetzen der Konjunktur sollten ein und dieselben Anlagen auf einmal hoch verfügbar und so produktiv als möglich sein.

Damit noch immer nicht genug: Aufgrund der Erfolge der Branche auf den Emerging Markets sind anlagentechnische Lösungen heute oft für mehrere Standorte gleichzeitig gefragt. Dann müssen sie sich in unterschiedliche Peripherien einfügen und für Bediener mit unterschiedlichsten Ausbildungsständen beherrschbar sein.

Wie ein solcher Mehrfach-Spagat bewältigt werden kann, war Thema unseres Interviews mit Stefan Roßkopf und Martin Weis von der Teamtechnik GmbH im schwäbischen Freiberg. Beide setzen in diesem Zusammenhang auf eine weitgehende Modularisierung des Angebots, mit der sowohl im Anlagenbau selbst, als auch beim Kunden eine hohe Flexibilität erreicht werde.

Um einen ganz anderen Aspekt geht es in unserem Titelbeitrag der Takata Petri AG, deren Werk im ostdeutschen Elterlein erneut mit dem Prädikat "Fabrik des Jahres" in der Kategorie "Hervorragende Montage" ausgezeichnet wurde.

Das Werk wurde 1996 auf der grünen Wiese errichtet. Sein Produktspektrum umfasst in erster Linie Seiten- und Kopfschutz-Airbags, aber auch einen kleineren Anteil Fahrer-, Beifahrer- und Knie-Airbags. Das Produktionsvolumen beträgt knapp zehn Millionen Airbags jährlich und geht mit einer hohen Variantenvielfalt einher. Um diese komplexen Anforderungen zu beherrschen, wird eine große innerbetriebliche Flexibilität benötigt. Ohne die richtigen Prozesse, schlanke Strukturen und qualifizierte Mitarbeiter ist diese nicht denkbar.

(Bild: Festo)
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