Eine Branche präsentiert den Wandel
Unter dem Motto "Zukunft serienmäßig" wird die diesjährige IAA deutlich bunter und vielfältiger werden, als ihre Vorgängerveranstaltungen. Denn die Branche steht vor der Herkulesaufgabe, ihre bisherigen Arbeiten rund um Otto- und Dieselmotoren fortzusetzen, sich aber gleichzeitig auch eine gute Startposition für die Antriebstechnologien der Zukunft zu sichern. Ein Überblick über die angekündigten Exponate verdeutlicht diese Situation.
Wer sich bislang über die Fortschritte in Sachen Elektromobilität informieren wollte, war gut beraten, die Hannover Messe zu besuchen. Dort zeigten Automobilhersteller, Zulieferer, aber auch branchenfremde Unternehmen ihre Innovationen rund um Energiespeicher und Elektroantriebe. Die in diesem Frühling in Hannover präsentierten Entwicklungen reichten von der kabellosen Ladetechnologie über ein integriertes Achtgang-Vollhybridgetriebe oder ein Sensor-Tretlager für Elektrofahrräder bis hin zu Lösungen für eine modulare Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien.
Anders als auf etablierten Automobilmessen ließ sich in Hannover auch erahnen, wie sehr die Elektromobilität die Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie verändern wird und neuen Marktteilnehmern die Tore öffnet. SEW-Eurodrive zum Beispiel, bislang als Anbieter von Antriebs- und Automatisierungslösungen für die Fabrikausrüstung bekannt, präsentierte erstmals die Strategien und Ziele des unlängst mit Brose vereinbarten Joint-Ventures.
Mit der bevorstehenden IAA werden nun die Karten der Messelandschaft neu gemischt. Nicht mehr die allgemeine Industriemesse in Hannover, sondern das Branchenereignis der Automobilindustrie in Frankfurt soll bei den Antriebstechnologien der Zukunft den Ton angeben. Entsprechend vielschichtig werden sich die Aussteller präsentieren.
Aus dieser Fülle an Themen musste die Redaktion auswählen, um mit der Titelstrecke dieser Ausgabe die wichtigsten Trends auf der IAA abzubilden. In unserem beleuchtet Smart-Chefin Dr. Annette Winkler ihre Zukunftsstrategien auch vor dem Hintergrund, dass die Produktionskapazitäten für die Elektroversion des Kleinwagens kurzfristig verdoppelt werden mussten.
Um die Optimierung der Antriebstechnik für klassische Verbrennungsmotoren geht es in einem Beitrag von ZF. Die Friedrichshafener stellen auf der IAA ihr brandneues vor, mit dem sie sich erstmals in das Segment der Fahrzeuge mit Frontantrieb wagen. Das Wandlerautomatikgetriebe mit neun Gängen bewegt sich beim Kraftstoffverbrauch auf dem niedrigen Niveau der Doppelkupplungstechnik.
Viele Komponenten müssen an die künftigen Antriebstechnologien angepasst werden. Dies zeigt exemplarisch ein Artikel von PSA Peugeot Citroën und Bosch über ihre Entwicklung einer für Diesel-Hybridfahrzeuge mit Allradantrieb. Mit einem Tool von Etas wurden die Steuergeräte für das Crossover-Fahrzeug Autosar-konform konzipiert.
In einem Übersichtsbeitrag hat die Redaktion schließlich die wichtigsten aus den Vorankündigungen der Zulieferindustrie zur diesjährigen IAA zusammengefasst, soweit sie bereits vorlagen. Allen gemein ist die Aussicht, dass ein Besuch der Frankfurter Messehallen durchaus spannend werden wird.
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Bild: VDA)