Die Zukunft von Sportmotoren
Die Antriebe von Sport- und Rennfahrzeugen erleben einen teilweise geradezu revolutionären Wandel. Wie auch in der Großserie wird die Senkung des Kraftstoffverbrauchs immer wichtiger, und neue Antriebstechniken halten Einzug. Das kann Synergieeffekte stärken.
Die Grundidee, einen Techniktrend aus der Großserie auch in den Rennsport zu übertragen, ist nicht neu. Das bislang wohl prominenteste Beispiel war der Langstrecken-Rennwagen R10 TDI, mit dem Audi 2006 erstmals mit einem Dieselmotor zuerst in Sebring, dann in Le Mans gewann. Seitdem etablierten sich immer mehr Diesel-Rennfahrzeuge und dokumentierten den massiven Boom des Selbstzünders.
Die Erfolge im Motorsport hatten sicherlich zusätzlich positiven Einfluss auf die Verkaufszahlen der Straßenfahrzeuge, doch es ergeben sich noch weitere Vorteile. Der offenkundigste: Ein effizienterer Antrieb erhöht die Siegchancen. Ein weniger sichtbarer, dafür aber umso wesentlicher Effekt sind die Synergiemöglichkeiten in der Entwicklung. Der Motorsport kann sich aus den Regalen der Großserie bedienen. Die teure Grundentwicklung entfällt damit, die Komponenten müssen lediglich angepasst werden. Und hierbei besteht wiederum die Chance, gesammelte Erfahrungen an die Serie zurückzuspielen. Was daraus entstehen kann, zeigt das Abschiedsmodell der Porsche-997-Baureihe, der GT3 RS 4.0. Er lehnt sich nicht nur mit seinem Hubraum historisch an den Rennsport an, sondern nutzt zur Ausreizung des Saugmotors Komponenten der Rennversionen.
Meistens geht es allerdings nicht um die 1:1-Übertragung einer Technik oder Komponente, sondern vielmehr darum, Erfahrungen zu sammeln. Aktuell stehen besonders die Elektrifizierung und das Downsizing im Rampenlicht der Serien-Antriebsentwicklung - und beide Ansätze sind längst auch auf Straßen- und Rennsportfahrzeuge übergeschwappt. Im beschreiben Bernhard Bihr und Klaus Böttcher von Bosch Engineering, wie sich die beiden Trends auf die Antriebe von Renn- und Sportfahrzeugen auswirken werden. Ebenso wie in der Großserie findet ein starker Innovationsschub statt, der zu einer großen Variantenvielfalt führt. Die AVL beschreibt im Titelthema dieser Ausgabe unterschiedliche Ansätze zur speziell für den Motorsport und zeigt anhand von Simulationen ihre wesentlichen Einflüsse auf.
Dass zumindest das Downsizing bereits in der Serienentwicklung von Sportwagen angekommen ist, zeigt sich am neuen . Statt eines großvolumigen Saugmotors setzen die Engländer auf einen gemeinsam mit Ricardo entwickelten 3,8-l-V8-Motor mit Turboaufladung - und erreichen damit einen für diese Leistungsklasse sehr niedrigen Verbrauch.
(Bild © Porsche)