Akustikoptimierung - Vom Geräusch zum guten Klang
Dieselfahrzeuge haben einen sehr eigenen Klang, und Elektroautos können schnell mal überhört werden. Daher schenken Akustikexperten diesen Themen große Aufmerksamkeit. BMW entwickelte für seine neue 5er-Reihe mit Dieselmotor schallabsorbierende Wärmeschutzbleche und erstmals gekapselte Dieselpartikelfilter. Für akustische Warnsysteme zerlegte LMS zunächst den Sound eines Elektrofahrzeugs, analysierte seine Bestandteile und führte eine Resynthese durch.
Die Akustik spielt in zwei Aspekte der Fahrzeugentwicklung hinein – Wohlklang und Sicherheit. Zum einen soll der Klang ein Automobil charakteristisch machen und das Geräusch komfortabel sein. Das heißt, das Auto soll möglichst leise fahren; lästige Geräusche gilt es abzustellen. Das können heutige Premiummodelle wie Mercedes-Benz S-Klasse und BMW 7er schon sehr gut. Zum anderen möchte jeder OEM einen originellen Sound kreieren, der bestimmte Frequenzen betont, andere unterdrückt, markenspezifisch ist und Jugendlichkeit und Sportlichkeit symbolisiert.
Der BMW 5er stellt in seiner sechsten Generation eine komfortable Reiselimousine dar, auch beim . Der Schritt von einem Sechszylinder- im Vorgängermodell zu einem Vierzylindermotor war mit deutlich gesteigerten Fahrleistungen verbunden. Damit auch der Geräusch- und damit der Fahrkomfort gesteigert werden konnten, schnürte BMW ein Akustikpaket. Auf Basis von Messmethoden wie der reziproken Transferpfadanalyse wurden schallabsorbierende Wärmeschutzbleche in Sandwichausführung integriert und erstmals ein vollständig thermisch und akustisch gekapselter Dieselpartikelfilter entwickelt.
Der zweite Aspekt geht in eine andere Richtung: die Verkehrssicherheit. Ein herannahendes Auto muss von einem Fußgänger sicher erkannt werden. Insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten, bevor wahrnehmbare Abrollgeräusche entstehen, kann das Fehlen eines warnenden Motorengeräuschs eine Gefahr darstellen.
Für Elektro- und Hybridfahrzeuge laufen gerade zahlreiche Untersuchungen zu akustischen Warnsystemen, so auch beim Messtechnikspezialisten LMS. Dessen Lösung zerlegt zunächst den Klang und analysiert seine Bestandteile, um dann in einer Resynthese einen künstlichen Ton zu entwickeln, der sich vom Fahrzeug- und Umgebungsgeräusch abhebt.
Im , Akustikzentrum GmbH, dass ein künstliches Geräusch für E-Autos keine sinnvolle Entwicklungsrichtung sei. Denn die dargestellte Problematik ist anzweifelbar, weil schon heute bei höherwertigen Pkw mit Verbrennungsmotor kaum noch ein Motorgeräusch wahrnehmbar ist. Generell plädiert Bathelt für eine bessere Verknüpfung von Test und Simulation. Hybridmodelle sollen mit Versuchs- und mit Berechnungsdaten gespeist werden können. Personell muss sich das in Form von Spezialisten zeigen, die beides können.
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