30.01.2012

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Neue Testmethoden für die Fahrzeugsicherheit

In der Sicherheitstechnik gehen den Entwicklern die Ideen noch lange nicht aus. Neben dem Zusammenwachsen von aktiven und passiven Sicherheitssystemen begründen neue Sensorikmöglichkeiten, die Verknüpfung von Funktionen, weiterentwickelte Assistenzsysteme und die Kommunikation des Fahrzeugs mit der Infrastruktur Ansatzpunkte für einen Innovationsschub.

Über 30 Jahre nach Erfindung des Airbags handelt es sich bei Rückhaltesystemen um weitgehend ausgereifte Techniken. Dies zeigen nicht zuletzt die rückläufigen Zahlen der im Straßenverkehr Getöteten, obwohl das Verkehrsaufkommen weiter steigt.

2001 setzte sich die EU das ehrgeizige Ziel, die Anzahl der Verkehrstoten in der Zeitspanne von 2000 bis 2010 zu halbieren. Dies wurde in Deutschland erreicht, in der gesamten EU nur knapp verfehlt. In ihrem aktuellen Weißbuch gibt die Europäische Union nun im Rahmen der "Vision Zero" erneut das Ziel einer Halbierung bis 2020 vor. Um diese Vorgabe zu erreichen, gibt es ebenso viele Ansatzpunkte wie Ideen.

Mit der im Herbst 2011 veröffentlichten "Berliner Erklärung zur Fahrzeugsicherheit" zeichnet die Branche eine Bestandsaufnahme im Branchenkonsens nach. Die Schwerpunkte lauten auf nachhaltige Fahrzeugkonzepte, den Schutz schwacher und ungeschützter Verkehrsteilnehmer, die Entwicklung kooperativer Sicherheitstechnik sowie eine Verstärkung und Harmonisierung der Verkehrsunfallforschung. Gleichzeitig fordern die Unterzeichner der Erklärung die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Erprobung von Assistenzsystemen. Was es damit auf sich hat, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Volker Schindler von der TU Berlin im Interview.

Wer die Entwicklung von Sicherheits- und Assistenzsystemen und die zahlreichen auf der Strecke gebliebenen Ideen in den vergangenen zwei Dekaden beobachtet hat, weiß, dass diese Forderung durchaus berechtigt ist. Bereits bei der Abschlusspräsentation des paneuropäischen Forschungsprojekts Prometheus und bei der Präsentation des ersten serienmäßigen Navigationsgeräts "Carin" wurden seinerzeit mögliche Funktionalitäten angedacht, die noch immer als Visionen durch die Branche spuken, ohne jemals verwirklicht worden zu sein. Die Verknüpfung der Sicherheitstechnik mit den Streckeninformationen des Navigationsgeräts zum Beispiel. Und auch die datentechnische Zusammenführung der Informationen aus Fahrzeug und Infrastruktur ist bislang über Modellprojekte und Feldversuche nicht hinausgekommen.

Deutlich mehr Bewegung ist in den einschlägigen Vorschriften, was die Versuchsanordnungen und -auswertungen von Crashtests angeht. Dies begründet bei den Herstellern von Crashtest-Dummys zahlreiche Aktivitäten. Mit dem jüngsten Spross in der Dummy-Familie, dem WorldSID, haben sich die Forscher von Takata-Petri auseinandergesetzt. WorldSID ist der erste weltweit harmonisierte Seitenaufpralldummy und wird voraussichtlich global in gesetzlichen Vorschriften und Verbraucherschutzbewertungen eingesetzt werden. Takata-Petri hat die Besonderheiten der neuen Dummys untersucht und mit den aktuell verwendeten Seitenaufpralldummys verglichen. Ergebnis: Es werden sich Konsequenzen für die Entwicklung künftiger Insassenrückhaltesysteme ergeben.

(Bild © Daimler)
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