Effizienz elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen
Der Beitrag, den E/E-Fachverantwortliche zur besseren Effizienz eines Gesamtfahrzeugs leisten, ist größer denn je. Denn der elektrische Leistungsbedarf eines gut ausgestatteten Premiumfahrzeugs von 2 kW führt immerhin zu 2 l/100 km mehr Kraftstoffverbrauch. Einige Maßnahmen zur Effizienzsteigerung stellt ATZelektronik im Titelthema vor: Allen gemein ist, dass es sich um standardisierte Maßnahmen handelt: der Teilnetzbetrieb von Verbrauchern, wie ihn Audi erklärt und das 12-/48-V-Bordnetz, das Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW diskutieren. BMW-Elektronikchef Elmar Frickenstein spricht im Interview über sein Ziel der Halbierung des Strombedarfs.
"CO2-Wächter" - das könnte mittlerweile ein Beruf sein. Zumindest nennen sich Teams in der Automobilindustrie so. In allen Domänen der Fahrzeugentwicklung suchen sie nach den Potenzialen zur Kraftstoffverbrauchsreduzierung. Die Wächter effizienter Elektronik nennen sich anders, jedenfalls bei BMW: Dort vergibt das Team "Electric Efficiency to Move" Effizienzplaketten. Das führt zu einem Ranking sowie zur Einstufung jeder elektrischen Komponente und Komfort- und Sicherheitsfunktion. So lassen sich selbst kleinste Maßnahmen zur Reduzierung des Strombedarfs in einem sportlichen Wettbewerb übersichtlich darstellen.
Im : Optimierung der Komponenten, intelligente Betriebsstrategien und Reduzierung von Wärmeverlusten. In Summe will der BMW-Elektronikchef den Strombedarf halbieren.
: Mit dem CAN-Teilnetzbetrieb lässt sich die elektrische Leistungsaufnahme von Steuergeräten sowohl im Fahrbetrieb als auch in den Standphasen eines Fahrzeugs senken. Die Ingolstädter arbeiten in Kooperation mit anderen OEMs und Halbleiterherstellern an der Entwicklung und Standardisierung dieser Technologie. Der Teilnetz betrieb ist zukünftig ein fester Bestandteil im Technologiebaukasten Vernetzung des Volkswagen-Konzerns.
Eine Serieneinführung ist für 2014 geplant. Audi beschreibt die Entwicklung, mögliche Anwendungsfälle und die Absicherung des Teilnetzbetriebs. Ergänzend wird das Vorgehen zur Standardisierung in den OEM-übergreifenden Gremien Switch, Autosar und ISO dargestellt.
Scheinbar gegenläufig entwickelt sich das "Bordnetz der Zukunft" mit der leistungsmäßigen Aufstockung durch die zweite Spannungsebene 48 V. Unweigerlich werden auch Verluste durch Spannungstransformationen entstehen. Die Legitimation ist allerdings gegeben. Die steigenden Anforderungen an die elektrische Stromversorgung für das konventionelle Kraftfahrzeug haben das 12-V-Bordnetz an seine Grenzen geführt.
, und eine erste Spezifikation für die zweite Spannungsebene wurde erarbeitet. Die OEMs erläutern die Randbedingungen und Hintergründe für die Herleitung des Spannungsbereichs und die konzeptionellen Ansätze für die Prüfungen und Prüfbedingungen der in dieser Spannungsebene möglichen Komponenten.
(Bild: lvdesign77/iStockphoto)